Wurzeln I                                                                                          ZURÜCK

Negativer Radikand
a-absatz.pcx (280 Byte) Negativer Radikand
Wurzeln haben wir folgendermaßen definiert:
w01s02p1.pcx (1480 Byte)
Dabei hatten wir folgende drei Einschränkungen getroffen:

                

Wir betrachten die zweite Einschränkung, d.h. warum wird ein negativer Radikant a nicht zugelassen? Wir geben für beide Fälle (gerader und ungerader Wurzelexponent) eine
getrennte Antwort:
a-absatz.pcx (280 Byte) Gerader Wurzelexponent
Wir betrachten eine Wurzel mit geraden Wurzelexponent:
w01s02p1.pcx (1480 Byte)
Laut Definition der Wurzel ist die Wurzel die Lösung der zugehörigen Potenzgleichung:

w01s02p1.pcx (1480 Byte)
Doch egal welche Zahl man für x in die rechte Gleichung einsetzt,
es kommt niemals -8 heraus, denn wenn eine Zahl mit 2 potenziert
wird, kommt immer eine positive Zahl heraus, nie eine negative!
Folglich hat auch die Wurzel keine Lösung.

Bei negativen Radikanden hat eine Wurzel also manchmal keine
Lösung, und deshalb läßt man keine negativen Radikanden zu.
a-absatz.pcx (280 Byte) Ungerader Wurzel-Exponent
Nun könnte man auf die Idee kommen, zumindest für ungerade Wurzelexponenten
einen negativen Radikanden zuzulassen, denn die zugehörige Potenzgleichung hat
im Fall eines ungeradem Exponenten immer eine Lösung (hier: –2):
w01s02p1.pcx (1480 Byte)

Hier müssen wir nun anmerken, dass es zwischen den Mathematikern einen Streit gibt:

   Die eine Hälfte der Mathematiker ist der Meinung, dass eine Wurzel mit ungeraden
   Wurzelexponenten (hier: 3) und negativen Radikanden (hier: –8) nicht definiert ist.
   Auch wir sind dieser Meinung, nicht zuletzt, weil dies in der DIN1302 gesetzlich
   so festgelegt worden ist (DIN = Deutsche Industrie Norm)!

   Ein Begründung der DIN geben wir am Ende von Kapitel 2. Für Profis vorab:
   Bei negativen Radikanden könnte man unsinnige Aussagen beweisen, wie –2=2:

Die andere Hälfte der Mathematiker (besonders alle Schulbuch-Autoren in den USA)
machen es sich ganz leicht: Sie definieren einfach:

Wie gesagt werden wir am Ende von Kapitel 2 näher darauf eingehen, denn um das Problem
zu verstehen, müssen wir erst die Wurzelgesetze kennenlernen.